Sitemaps und warum man sie nicht braucht

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Frau mit FernglasNach langer Zeit musste ich mich aufgrund eines Kundenwunsches für eine Website wieder mit dem Thema »Sitemap« auseinandersetzen. Sitemaps, das sind die Gebilde, die dem Anwender einen Überblick über die Struktur einer Website geben und als Navigationshilfe dienen sollen. Gerade bei einer komplexen Website wird gerne eine Sitemap verwendet, damit die mühsam ausgedachte und ausgefeilte Struktur dahinter auch deutlich wird. Zusätzlich wird eine Website gleich etwas für Suchmaschinen optimiert und die Linkdichte erhöht.

Aber sind wir einmal ehrlich: Wann haben Sie das letzte Mal eine Sitemap bewusst benutzt oder gar vermisst? Ich jedenfalls schon seit Jahren nicht mehr, wenn überhaupt einmal. Und Zahlen bestätigen meinen Eindruck: Wenn Nutzer direkt nach der Struktur einer Website gefragt werden, greifen gerade einmal 7 % auf die Sitemap zurück. Das schreibt Jakob Nielsen in seinem Essay »Site Maps are Used Rarely«.

Eine Sitemap soll – neben dem SEO-Aspekt – als als Hilfe zur Navigation dienen. Für die Navigation ist allerdings die Navigationsleiste und evtl. zusätzlich eine Suchfunktion gedacht. Warum dann also eine zusätzliche Sitemap entwerfen? Meine Schlussfolgerung daher: »Wenn innerhalb einer Website eine Sitemap benötigt wird (aus welchem Grund auch immer), ist entweder die Navigation schlecht gelöst oder die Struktur nicht optimal. Ein Grund dafür kann eine vom »Otto-Normal-Benutzer« nicht nachvollziehbare Bezeichnung (z.B. weil durch übermäßige Verwendung von Fachbegriffen) oder einfach eine zu komplexe und undurchschaubare Struktur sein. Aus diesem Grund sollte eher die Navigation bzw. Struktur aufgeräumt werden, als eine zusäbeitzliche Sitemap anzubieten, die eh nicht genutzt wird. Ansonsten stellt eine Sitemap nur eine Zweite und damit eigentlich doppelte Navigation dar und ist damit eine redundante Information. Und diese sollte vermieden werden, um den Anwender nicht zu verwirren. Das wiederum bedeutet auch, dass eine Sitemap den Nutzer meist mehr verwirrt, als dass sie ihm wirklich hilft.

German | 08. April 2009
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Comments

Hallo,

durchaus interessante Überlegung....

Ich war bisher der Meinung, dass eine Sitemap eigentlich eher nicht für den normalen User/Besucher einer Website ist, sondern im Rahmen der Barrierefreiheit behinderten Menschen (z.B. Blinde, Sehbehinderte)den Besuch der Site und die Navigation innerhalb der Site erleichtern soll.

Grüße aus München

tomtom.muc

@tomtom.muc
Trotzdem spiegelt auch in diesem Fall die Sitemap die Navigation wieder. Und eine gut durchdachte Navigation sollte auch unter dem Aspekt der Barrierearmut gut funktionieren. Zusätzlich muss der Nutzer dann auch nicht erst eine extra Seite ansteuern, sich z.B. alles anhören müssen (bei Screenreadern) und sich so erst in die Struktur der Seite eindenken. So kann er zwar die Seite benutzen, hat dabei aber eigentlich eine (zusätzliche) Barriere zu überwinden, weil er sich vor der Benutzung erst mit der Seitenstruktur beschäftigen muss.

Allerdings habe ich keine Erfahrung mit Menschen sammeln können, die evtl. auch ein solches Hilfsmittel wirklich angewiesen sind.

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