Wie zukunftssicher ist modernes Webdesign wirklich?

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Unter den Webworkern ist modernes und standardkonformes Webdesign noch immer ein heißdiskutiertes Thema. Ganz oben steht in dieser Diskussion immer die Trennung von Inhalt und Design. Schließlich ist modernes Webdesign unter Einhaltung der Webstandards zukunftssicher, oder etwa doch nicht?

Unter zukunftssicherem Webdesign stelle ich mir eine Website vor, die auch noch in fünf Jahren und länger funktionstüchtig ist. Doch ist dies mit den heutigen Mitteln ohne Layout-Tabellen überhaupt zu erreichen? Derzeit stehen verschiedenen Möglichkeiten zur Realisierung von Websites zur Verfügung: Da gibt es HTML 4.0 und XHTML 1.0, sowie CSS 1.0, CSS 2.0 und demnächst CSS 3.0.

Meiner Meinung nach können nur Websites als zukunftssicher bezeichnet werden, wenn sie auf abgeschlossenen Standards basieren, an denen nicht mehr gearbeitet wird und die von den Browsern zufriedenstellend umgesetzt werden können. Dies ist bei HTML 4.0 und CSS 1.0 der Fall. Dürfen nun also auch Websites als zukunftssicher bezeichnet werden, die auf das moderne XHTML 1.0 und CSS 2.0 setzen?

An XHTML wird noch gearbeitet und die Unterstützung von CSS 2.0 ist in einigen Browsern noch als sehr mangelhaft zu bezeichnen. Daher kann es hier immer wieder zu Veränderungen bei der Unterstützung bzw. Interpretation des Quellcodes geben. Von daher würde ich modernes Webdesign mit XHTML und CSS 2.0 (zumindest derzeit) nicht als zukunftssicher bezeichnen, sondern eher als Alternative, die es einem in einigen Jahren leichter machen wird, die Website zukunftssicher zu realisieren.

Der Internet Explorer hat laut aktuellen Statistiken derzeit eine Verbreitung von 70-80%. Die Versionen 5.xx und 6.xx machen davon noch ca. 50 Prozent aus. Das Schlimme daran: Beide Versionen sind am weitesten verbreitet und beherrschen kaum CSS 2.0. Besonders schlampen tun sie ausgerechnet am stärksten bei dem Teil von CSS, welcher die »Layout-Tabellen« ersetzen soll.

Die nächste schlechte Nachricht ist: An dieser Situation wird sich leider so schnell nichts gravierendes ändern. Der überwiegendste Teil der Anwender sind nun einmal kein Webdesigner oder Informatiker, sondern einfacher Benutzer, der sich nicht mit der Materie beschäftigen möchte und daher lieber seine bisher eingesetzte Software weiterverwendet. Neue Anwendungen bzw. Versionen halten erst mit einem neuen Computer Einzug in die Wohnzimmer. Schließlich sind die Computer schon bei der Auslieferung Softwaremäßig heutzutage recht komplett ausgerüstet.

CSS-Hacks

Um jetzt doch Websites mit XHTML und CSS 2.0 entwickeln zu können – die auch im Internet Explorer einigermaßen korrekt angezeigt werden – werden meistens so genannte CSS-Hacks benötigt. Das sind kleine Codeschnipsel, die von bestimmten Browsern interpretiert und von den restlichen ignoriert werden. Dadurch ist es möglich, einzelnen Browsern unterschiedliche Anweisungen »untergeschummeln«. Die meisten Hacks gibt es für den Internet Explorer.

Diese Hacks funktionieren jedoch meist nur in einer Browser-Version. Soweit nicht sonderlich schlimm. Doch was passiert jetzt, wenn eine neue Version des Browsers veröffentlicht wird? Der Internet Explorer 7 kann beispielsweise CSS 2.0 schon etwas besser interpretieren und viele Hacks die unter dem IE 6 noch benötigt wurden, bewirken nun im IE 7 das glatte Gegenteil. Was geschieht dann? Die Hacks müssen wieder entfernt bzw. angepasst werden. Ist das zukunftssicheres Webdesign? Wohl eher nicht. Hinzukommt das bei Websites im Auftrag von Kunden durch die Mehrarbeit zusätzliche Kosten entstehen. Aber wer soll diese Kosten tragen? Der Webdesigner? Der Kunde? Microsoft jedenfalls sicherlich nicht.

Derzeit können Websites die standardkonform und ohne Layout-Tabellen realisiert sind wohl noch nicht als zukunftstauglich bezeichnet werden. Sie sind aber eine gute Grundlage für eine Zukunft, die vielleicht in fünf Jahren anfängt.

German | 15. June 2007
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Comments

@Drewenut: Ob ein Kunde das jedoch auch so sieht, wenn seine Seite in einer älteren Version zerschossen aussieht möchte ich jetzt einmal bezweifeln. Klar, wenn nur wenige Hacks eingesetzt werden müssen (meistens reichen ja ein, zwei aus) ist der Verwaltungsaufwand nicht hoch. Bei eigenen (privaten) Seiten ist das auch kein Problem aber bei Kunden-Sites? Der Kunde ist sicherlich nicht begeistert wenn ich nach einem halben Jahr zu ihm komme und sage das seine Seite für eine neue Browser-Version angepasst werden muss und das xxx Euro kosten wird. Dann wird er sicherlich sagen, dass ich von meinen Job hätte besser machen sollen. Ok, bei ein, zwei Seiten kann man das auch mal schnell in einer Pause und kostenfrei erledigen, aber wenn es mehr Sites sind. Ich möchte jedenfalls die Kosten nicht ständig selber tragen wollen.

Klar ist auch, dass Tabellen-Layouts auch nicht das beste Mittel sind. Gerade im Hinblick auf SEO und der Barrierefreiheit. Aber trotzdem sollte man auch nicht den Gedanken an die zukünftige Wartung (gerade bei Kunden-Sites) vergessen.

@Monika: In meinen Browsern ist die Schrift in den Feldern eigentlich groß genug. Welchen Browser benutzt du?

Das es wichtig ist mit XHTML und CSS zu arbeiten bestreitet ja auch keiner. Nur was hilft mir der beste Code, wenn ein Kunde nach einem halben Jahr verärgert ist, weil er für eine Anpassung an eine neue Browser-Version wieder Geld bezahlen soll.

Die hier vorgestellten Gedanken sind sicherlich interessant, wie ich persönlich aber finde nicht richtig.
Webseiten, welche heutzutage erstellt werden sollten unbedingt XHTML und CSS konform sein und auch den Aktuellen WCAG Draft beachten. Schon allein der Barrierefreiheit, der einfacheren Wartung und der übersichtlicheren Struktur wegen.
Man kommt gar nicht drum rum eine Homepage immer wieder zu Pflegen und an aktuelle Gegebenheiten anzupassen.
Heutzutage noch eine Homepage mit Tabellendesign zu entwerfen ist ein großer Schritt zurück in der Entwicklung. Und mit Sicherheit weniger zukunftstauglich, wie eine XHTML (barrierefreie) Seite.
Ich komme beim Erstellen von neuen Homepages nahezu ohne CSS Hacks aus, jediglich der IE 6 braucht gelegentlich eine Zusatzangabe.
HTML4, Tabellen, etc sind "von der Art wie sie angezeigt werden" auf jeden Fall die Zukunftsicherste Variante, was die Nutzbarkeit, Barrierefreiheit anbelangt, so mit Sicherheit aber die XHTML Variante. Immerhin ist eine moderne Homepage auch im IE 4 noch nutzbar, wird zwar (wegen z.B floating) nicht korrekt dargestellt, darauf kommt es aber gar nicht primär an, denn die Seite ist nach wie vor nutz und gut lesbar.

Such denke ich mal, ohne es jetzt belegen zu können, dass auch moderne Seiten zu 90% sicher in der Darstellung sind und durch Neuerungen in Browsern und Standards auch leicht anpassbar sind. Der kleine Wartungsmehraufwand sollte es wert sein in Kauf zu nehmen finde ich

"Man sollte nie das Kind mit dem Bad ausschütten."
By the way die Schrift hier im Kommentarfeld beim Tippen ist so klein, dass ich sie kaum derlesen kann. Also bitte sorry, wenn Vertipperer drin sind.

  1. wer es kann, kann jeden Browser servicen
  2. wer heutzutage tabellenloses Layout als "modern" bezeichnet, hat vermutlich die letzten Jahre nicht mitbekommen,

  3. dafür, dass sich fast jeder als WebDesigner bezeichnet, aber die Grundlagen des html geschweige denn css kann, dafür kann css 2 gar nichts, auch kein tabellenloses Layout ist daran schuld.;)

  4. wer tabellen als zukunftssicheres Layout bezeichnet, sollte aufhören webdesign zu machen, andere können dies dann vermutlich besser

Zukunftssicher ist es anständig xhtml und css zu lernen;)

lg

Man kann die Hacks doch nur für den IE6 laden, dann wird der IE7 die doch ignorieren, nicht? Und so lang man schön zentrale externe CSS Dateien und Header verwendet, kann man die doch immer wieder anpassen.

Ich versteh da dein Problem nicht, wenn eine Seite heute lauffähig ist und das mittels eingesetzten Hacks, wo liegt dann dein Problem, dem Kunden in 3 Jahren zu erzählen:

"Dafür muss ich Ihnen eine Rechnung schreiben, denn ich bin nicht für die Fehler von Microsoft und Konsorten verantwortlich ?"

Ich weiß ja nicht wie du das siehst, aber ich meine, solange mein Produkt auf allen Plattformen funktioniert, kann es nicht sein, das ich für Schäden, welche in der Zukunft, durch Browserupdates und Co. haften muss/sollte. Das sollte/muss auch jeder Kunde verstehen.

Schließlich leben wir nicht mehr in der Steinzeit, eine ständige Weiterentwicklung setzt solche Tatsachen eben irgendwo vorraus.

An deiner Stelle würde ich dem Kunden mal vermitteln, was er dank deiner Arbeit für Vorteile auf dem Markt hat und das so eine "Anpassung", welche eben irgendwann auf Ihn zukommt, einfach unter die logische Tatsache: Pflege fällt. Ich kauf mir ja auch kein Auto und beschwere mich, wenn es nach 100.000km mal nen neuen Zahnriemen braucht o.O /

Nachtrag, weil keine Edit funktion:

Zumal die Aussage: "in einem halben Jahr" fern ab von jeglicher/derzeitiger Realität ist. Du musst das anderst sehen: das ist dein Job - wenn jemand also nicht fähig ist den Kunden zu bedienen, auf die eine oder andere Weise, oder es nicht schaft mit der Zeit schritt zu halten, dann ist er im falschen Gewerbe. Schließlich betrifft dieses Problem dann nicht nur dich, sondern alle anderen Mediengestalter/Agenturen/Freelancer gleichermaßen !

Das macht man wie in der Steinzeit.

Wenn alle Bisons die Klippe runterspringen warte ich bis zum Schluss und springe dann. Ist immer schön weich.

Im Web ist das auch so - erst wenn sich die super tolle neue Technik durchgesetzt, hat nimmt man die. Damit läuft alles überall problemlos.

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